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Statische Website statt WordPress oder Joomla

Nicht jede Website braucht ein CMS, eine Datenbank, Plugins und laufende Updates. Manchmal ist weniger Technik genau die robustere Lösung.

Ich habe lange genug mit klassischen CMS-Systemen gearbeitet, um ihren Nutzen zu kennen. Gerade deshalb entscheide ich heute bewusster, ob ich sie wirklich brauche.

Die erste Frage ist nicht: Welches CMS?

Die erste Frage lautet für mich: Was soll die Seite können und wie wird sie später gepflegt? Wenn Inhalte nur gelegentlich geändert werden, keine Benutzerkonten nötig sind und keine komplexe Redaktionslogik gebraucht wird, kann eine statische Website aus HTML, CSS und etwas JavaScript vollkommen ausreichen.

Was „statisch“ dabei bedeutet

Statisch heißt nicht altmodisch. Eine solche Seite kann responsive sein, Bildergalerien, Suchfilter, kleine Interaktionen oder Daten aus JSON-Dateien enthalten. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass nicht bei jedem Aufruf ein CMS mit Datenbank die Seite zusammenbaut.

Statisch passt gut, wenn …Ein CMS lohnt sich eher, wenn …
nur wenige Personen Inhalte pflegenviele Redakteure direkt im Browser arbeiten sollen
Änderungen überschaubar und planbar sindständig neue Beiträge oder Seiten entstehen
keine Benutzerkonten oder Rollen gebraucht werdenWorkflows, Rollen oder Freigaben nötig sind
Wartungsarmut und kleine Angriffsfläche wichtig sindPlugins, Formulare, Shop oder komplexe Funktionen gebraucht werden

Das reale Beispiel: LSD Worringen

Bei LSD Worringen war der Neustart nach einer kompromittierten Altinstallation ein guter Anlass, nicht einfach wieder das nächste CMS hinzustellen. Texte, Bilder und Kontaktdaten konnten übernommen werden – die alte technische Basis nicht. Für die eigentliche Vereinsseite reichte eine statische Lösung. Die deutlich speziellere Live-Statistik wurde davon getrennt aufgebaut.

Der wichtige Punkt: Statisch war dort keine Sparlösung. Es war eine bewusste Architekturentscheidung: nur so viel Technik wie wirklich gebraucht wird.

Was man sich damit spart

  • regelmäßige CMS- und Plugin-Updates nur um die Seite am Leben zu halten,
  • eine Datenbank, wenn fachlich gar keine benötigt wird,
  • zusätzliche Abhängigkeiten und Fehlerquellen,
  • eine größere Angriffsfläche durch ungenutzte Funktionen.

Was man dafür selbst sauber lösen muss

Navigation, Wiederverwendung von Layoutbestandteilen, Veröffentlichung und Versionsstand müssen trotzdem ordentlich organisiert werden. Auch eine kleine statische Seite wird unübersichtlich, wenn man wild Dateien kopiert und niemand mehr weiß, welcher Stand aktuell ist.

Deshalb gehören für mich ein bestätigtes Quellpaket und eine Projektdokumentation genauso dazu wie die eigentliche HTML-Datei.

Kurzfassung

Ich starte heute nicht mehr automatisch mit WordPress oder Joomla. Ich starte mit den Anforderungen. Wenn HTML, CSS und JavaScript reichen, ist das oft die angenehmste Lösung. Wenn ein CMS echten Mehrwert bringt, darf es natürlich ein CMS sein.