Die Schachtel gehört zu meinen früheren Holzprojekten. Sie ist klein, aber genau solche Projekte sind gut, um saubere Verbindungen, Fräsungen und Passungen auszuprobieren – und am Ende entsteht dabei sogar etwas, das im Alltag tatsächlich benutzt wird.

Die Idee: klein, praktisch und komplett selbst gebaut
Die Schachtel habe ich für meine Lebensgefährtin gebaut, damit sie darin kleinere Dinge aufbewahren kann. Mir ging es dabei aber nicht nur darum, vier Bretter zusammenzusetzen. Gerade bei einem kleinen Werkstück sieht man ziemlich schnell, ob Verbindungen und Passungen sauber gearbeitet sind.
Fingerzinken statt einfacher Eckverbindung
Die Seitenwände sind deshalb nicht einfach stumpf aufeinandergeleimt. Ich habe die Ecken mit Fingerzinken gefräst. Die einzelnen Zinken greifen ineinander und ergeben eine stabile, sichtbare Holzverbindung, die ohne außen liegende Schrauben auskommt.
Das war für mich damals ein gutes Übungsprojekt: genau arbeiten, sauber fräsen und anschließend so verleimen, dass die Ecken tatsächlich zusammenpassen.
Der Deckel sollte nicht herumrutschen
Der Deckel ist etwas größer als der eigentliche Korpus. Auf seiner Unterseite habe ich eine passende Vertiefung gefräst. Dadurch sitzt er auf der Schachtel und kann nicht einfach seitlich heruntergeschoben werden. Öffnen lässt er sich nur nach oben – genau so war es gedacht.


Ein kleines Detail mit persönlicher Note
Auf der Front sitzt ein kleines Brandzeichen, das ich für meine Holzarbeiten verwende: ein O mit drei Strichen, zusammen als stilisiertes „OE“ für Olaf Esch. Solche Details ändern an der Funktion nichts – machen aus einem Übungsstück aber ziemlich schnell ein persönliches Einzelstück.
Was ich daraus mitgenommen habe
- Auch kleine Projekte eignen sich hervorragend, um neue Verbindungstechniken auszuprobieren.
- Fingerzinken sehen nicht nur gut aus, sondern ergeben eine stabile Holzverbindung.
- Ein passgenauer Deckel ist konstruktiv interessanter als ein Brett, das nur lose obenauf liegt.
- Gerade frühe Projekte müssen nicht perfekt sein, um später wichtige Grundlagen selbstverständlich werden zu lassen.